Saturday, August 19, 2017

20th Sunday in Ordinary Time - Einsideln, 20 August 2017

Gebetstag
der Marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft
Heilige Messe - 20. AUGUST 2017 - Einsiedeln

Is 56:1, 6-7
Rom 11:13-15, 29-32
Mt 15:21-28

Gelobt sei Jesus Christus!

„Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“

Für einen ganz gewöhnlichen Sonntag im Jahreskreis enthalten die heutigen Lesungen eine grosse Seltenheit: Das heisst: Alle drei Lesungen weisen auf ein gemeinsames Thema hin und zwar auf den besonderen Platz, den Gott in seiner Liebe all denen reserviert hat, welche die Gerechtigkeit leben – und zwar auch jenen Gerechten, die nicht zum auserwählten Volk gehören. Alle drei Lesungen weisen auf den besonderen Platz im Heilsplan Gottes hin, den die Heiden, die nicht zum Gottesvolk gehörenden, aber dennoch den in der Mitte des Gottesvolkes gegenwärtigen wahren Glauben annehmen.

In der ersten Lesung sagt Jesaia mit prophetischen Worte: „Die Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben, die ihm dienen und seinen Namen lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen, die an meinem Bund fest halten, sie bringe ich zu meinem heiligen Berg und erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude.“

Im Brief an die Römer erklärt Paulus die Logik seines Einsatzes für uns Heiden. „Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehörigen meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen zu retten.“ Der Heilige Paulus lehnt den Vorrang nicht ab, den das Volk Israel bei der Verkündigung des Evangeliums hat, aber er erklärt auch, warum er berufen ist, das Evangelium den Heiden zu verkünden. Ja, auch durch die Eifersucht, auch durch menschliche Schwächen kann Gott wirken. Der Apostel der Heiden versucht mit allen Mitteln, die Menschen ins Reich Gottes zu führen: Vor allem die Juden, aber nicht weniger auch uns, die Heiden.

Von daher können wir die offensichtliche Kälte verstehen, mit welcher der Herr der kananäischen Frau begegnet, die ihn bittet, ihre Tochter von einem Dämon zu befreien. Wir verstehen, dass das auserwählte Volk Gottes den ersten Platz in der Sendung Jesu hatte. Israel hatte den Vorrang beim Heilswirken Jesu. Es schien zunächst so, dass diese kananäische Frau keinen Platz im Heilsplan Gottes hätte. War doch dieser Heilsplan nicht so sehr auf die Bekehrung der einzelnen ausgerichtet, sondern vielmehr darauf, dass das Volk Gottes ins Reich Gottes geführt werde. Die Frau, diese kananäische Mutter hat aufgrund ihres Glaubens an Christus und aufgrund ihrer Hartnäckigkeit zugunsten ihrer Tochter eine Antwort des Erlösers der Welt erhalten.

„Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“

Es gibt Parallelen zwischen dieser Mutter und der Heiligen Monika, der Mutter des Hl. Augustinus. Die Hl. Monika hat durch ihr intensives Gebet und durch ihre Tränen nicht nur die Bekehrung ihres Mannes erreicht, sondern auch und vor allem die Gnade der Bekehrung ihres Sohnes. Wir dürfen nie damit aufhören, für das ewige Heil der andern zu beten, für das ewige Heil im Leib der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

Wir führen diese Überlegungen nun einen Schritt weiter in Bezug auf das, was die Liebe Gottes in Christus zu uns Getauften betrifft und schauen auf die schwierige Frage des OB und WIE der Herr auf unsere Bitten hört. Auf unsere Bitten für uns selber aber auch für unsere Verwandten und Nachbarn, ja für das Heil der ganzen Welt. Eines muss dabei klar sein. Wir haben kein Recht darauf, erhört zu werden. Aber wir können selbstverständlich Gott an seine Liebe erinnern, auch an seine Liebe zu den Letzten, den Fremden, den Heiden welche zu Christus zurückkehren und ihr Leben in die Hand Gottes legen.

Dann kommt die Frage auf: „Ereignen sich solche Dinge, wie wir sie eben im Evangelium gehört haben, auch heute noch?“ „Ist Jesus seinem Volk, der Kirche, heute nahe oder fern?“ Es scheint so, also ob in unseren Tagen die Gleichgültigkeit in Sachen des Glaubens auch in der katholischen Kirche selbst gewachsen ist. Einige schliessen die Möglichkeit von Wundern absolut aus und zweifeln daran, ob Gott überhaupt auf unsere Gebete hört. Viele sagen, dass der Hauptgrund für die Leere im Leben vieler Menschen in einem Mangel an Gottesfurcht liege, das heisst in einem Mangel dieser Tugend, welche für den Schmerz steht, den wir empfinden für die Beleidigungen, die wir Gott mit unserem Leben (mit unseren Sünden: durch Gedanken, Taten und Unterlassungen) zufügen.

Also: Für unsere Versäumnisse dem guten Gott gegenüber, der seinen Sohn zu uns gesandt hat, damit er uns von der Sünde und dem Tod errette. Man kann ohne weiteres sagen, dass heute die Furcht vor dem richtenden Gott fehlt, die Furcht vor dem Gott, der am Ende der Zeit in Herrlichkeit kommt, um die Lebenden und die Toten zu richten. Das heisst, dass viele Menschen heute nicht mehr daran glauben, dass es für alle Menschen eine endgültige Entscheidung gibt zwischen der ewigen Freude – dem Himmel und der ewigen Verdammnis – der Hölle.

In Wirklichkeit, so wage ich zu sagen, haben sich die Zeiten überhaupt nicht geändert. Die Menschen sind nicht unbedingt gottloser als früher in der Geschichte. Zum Beispiel, der Hl. Beda Venerabilis (im Jahre 735 gestorben), in seiner Historia ecclesiastica gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes) in den Kapiteln über der Lage der Kirche in England am Anfang des 8. Jahrhunderts, schrieb von Zeugnisse von Menschen, die zwar an Gott glaubten, aber ohne die Überzeugung, es zu schaffen, in den Himmel kommen zu können. D.h. es gab Menschen, die zwar zur Glaubensgemeinschaft gehören wollte, die aber nicht bereit waren, mit einem Leben in Sünde zu brechen. Sie waren so in Tat und Wahrheit auf dem Weg in die Hölle.

Vielleicht ist die Phantasie der heutigen Menschen etwas verflacht und sie können sich nicht einmal mehr eine Hölle vorstellen. Sie denken vielleicht, dass sie einfach sterben und von der Bildfläche verschwinden wie ein Hund oder eine Katze. Das Resultat ist aber im Wesentlichen damals wie heute dasselbe: Aus Liebe oder aus Eifersucht – Wie der Hl. Paulus müssen wir versuchen, die andern dazu zu bewegen, den Glauben an Christus anzunehmen, das heisst, auf die Ewigkeit mit Gott zu hoffen und so dem Leben Sinn zu geben und Freude schon in dieser Welt, echte Freude zu finden. Wir müssen so sehr glauben und vertrauen wie die kananäische Frau und Christus zuerst für das Seelenheil unserer Familienangehörigen bitten, dann aber auch für das Heil aller andern. Es gibt keine Alternative zur Erlösung durch Christus. Wie die Hl Monika, so dürfen auch wir nicht nachlassen in unseren Bemühungen, unsere Welt von heute zu Christus zu führen.

„Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“

Seien Sie guten Mutes! Frauen der Marianischen Frauen und Müttergemeinschaft! Beten Sie weiter und inständig für die Rettung unserer Welt!

Gelobt sei Jesus Christus!
               

Maria, Mutter des Herrn, bitte für uns! 




The Woman's Vocation to Marriage and Family in the 21st Century: Gebetstreffen der Marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft Einsiedeln, 20. August 2017

Die Berufung zu Ehe und Familie
für Frauen im 21. Jahrhundert

Gebetstreffen der Marianischen Frauen-
und Müttergemeinschaft
Einsiedeln, 20. August 2017

Gelobt sei Jesus Christus!

Ich freue mich sehr, anlässlich dieses Gebetstreffens der Marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft heute hier in Einsiedeln, einige Worte an Sie richten zu dürfen. Ich freue mich aber auch auf die Möglichkeit, ihre Gemeinschaft besser kennenzulernen, ihre Ziele und die Menschen, die der marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft angehören. Ich danke Ihrer Präsidentin, Trudi Walser, für die Einladung: Inzwischen haben sich mir schon da und dort einige andere Mitglieder der Gemeinschaft vorgestellt und ich habe einen ausgezeichneten ersten Eindruck von der Gruppe bekommen. Vor allem aber danke ich Gott für die Möglichkeit, zusammen mit Ihnen an diesem Ort die Sakramente feiern zu können: Das Sakrament der Versöhnung und später dann das Sakrament der Heiligen Eucharistie. Ich hoffe, dass Sie das Hören meines Vortrags und meiner Predigt nicht zu sehr ermüdet.

“Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“ (So sprach Maria die Muttergottes, in Fatima, am 13. Juli 1917)

Ich habe diese Worte gefunden auf dem Umschlag einer kleinen Broschüre, welche mir von der Legio Mariens – Schweiz anlässlich der Hundert-Jahr Jubiläums der Erscheinungen der Mutter Gottes in Fatima geschenkt wurde.

Anderswo im Heftchen ist die Botschaft von Fatima in Kurzfassung dargelegt. D.h. es gibt darin eine Auflistung der Anliegen der Muttergottes, die sie vor 100 Jahre über die drei Seherkinder mitteilen wollte und wozu man sich, dank Fatima, heute noch verpflichten kann und sollte, und zwar:
·       die entschlossene Umkehr
·       die treue Erfüllung der Gebote Gottes und der persönlichen Standespflichten
·       der regelmässige Empfang der Sakramente
·       die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens (und hauptsächlich das auf vier Wegen)
1. durch die persönliche Weihe an Maria
2. durch das meditative Gebet, vor allem des Rosenkranzgebetes und der Sühnegebete
3. durch die Praxis der Herz-Mariä Sühnesamstage
4. durch das Tragen des Braunen Skapuliers
·       das standesgemässe Apostolat, besonders das stellvertretende Beten und Opfern.

Ich bin zuversichtlich, dass die Marianische Frauen- und Müttergemeinschaft schon auf dem rechten Weg ist. Sollten einzelne unter Ihnen sein, welche die Botschaft von Fatima noch nicht kennen oder die eine Auffrischung brauchen können, so gibt es viele Schriften, mit Hilfe derer man dieses Ereignis (die Erscheinungen von Fatima) kennenlernen kann, welches die besondere Aufmerksamkeit aller Päpste unserer Zeit, d.h. der Päpste der letzten 100 Jahre, auf sich gezogen hat und welches ein Gegenmittel ist gegen so viele Irrtümer, welche heute auch vielerorts in der katholischen Kirche Oberhand gewonnen haben.
Ich empfehle ihnen die Botschaft von Fatima sowohl in Bezug auf die Weltkirche, aber auch als ganz besondere Bereicherung und Förderung der Ziele der Gemeinschaft, die das sind:
·       Förderung der lehramtstreuen religiösen Bildung der Frau.
·       Weitergabe der katholischen Glaubenslehre an unsere Kinder.
·       Förderung der katholischen Moral.
·       Ehevorbereitung im Sinne des Lehramtes.
·       Schutz und Verteidigung des menschlichen Lebens.
·       Unterstützung und Förderung der papst- und kirchentreuen Presse.
·       Öffentliche Stellungnahme zu aktuellen Themen.
·       Veranstaltungen von Tagungen, Kursen, Wallfahrten, Exerzitien usw.

Die drängende Einladung der Mutter Gottes von Fatima an die Gläubigen, durch persönliche Opfer und Gebet, besonders durch den täglichen Rosenkranz, Sühne zu leisten für die eigenen Sünden und für diejenigen der Welt könnte geradezu der besondere Verbindungspunkt sein zwischen Ihren Zielen als Marianische Frauen- und Müttergemeinschaft und jenen als katholische Frauen und Mütter.

Ich möchte damit eine Antwort geben auf die Enttäuschung und Ratlosigkeit, welche viele Katholiken bei ihrem Einsatz für die Förderung des Glaubens und der Moral der Kirche empfinden angesichts dessen was sie als mangelnde Unterstützung der Kirchenleitung (Bischöfe, Priester und Ordensobere) wahrnehmen. Dies zeigt sich zum Beispiel: Bei der Förderung der lehramtstreuen religiösen Bildung der Frau; Bei der Weitergabe der katholischen Glaubenslehre an unsere Kinder; Bei der Förderung der katholischen Moral; Bei der Ehevorbereitung im Sinne des Lehramtes; Beim Schutz und der Verteidigung des menschlichen Lebens; Bei der Unterstützung und Förderung der papst- und kirchentreuen Presse.

Ein Leben, welches das Leiden sofort und frei aus Liebe zum unbefleckten Herzen Marias annimmt, ist die katholische Antwort auf diese wesentlichen Fragen von Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt. Fatima verwandelt das Leiden der Katholiken an ihren Hirten und macht daraus etwas Edles. Die Einladung der Mutter Gottes geht immer über eine Teilhabe am Kreuz Christi, des Erlösers der Welt.

Ich spreche von Fatima auch aus einem andern Grund. Ich hoffe, dass das Bewusstsein der anhaltenden Aktualität der Botschaft der Mutter Gottes von Fatima uns helfen kann, immer mehr und immer besser der Tradition der katholischen Kirche anzuhangen. Diese Verbundenheit mit der Tradition bringt Ruhe und Stabilität in unser Leben und in dasjenige unserer Gesellschaft. Bei dieser Tradition geht es um die Wahrheit, welche Gott in Christus seiner Kirche anvertraut hat. Er hat sie der Kirche anvertraut, welche von Christus gegründet wurde und für immer bleibt.

In meinen Worten über „die Berufung zu Ehe und Familie für Frauen im 21. Jahrhundert“ möchte ich heute den Gedanken betonen, dass es eine Kontinuität gibt in der katholischen Lehre über die Rolle der Frau in der Ehe und in Familie. Es gibt eine Kontinuität in der Botschaft, welche die Kirche für die Frau hat. In Anbetracht dieser Wahrheiten wird sich die Weisheit der Jahrhunderte bewusst, dass unsere Lebensaufgabe darin besteht, immer tiefer einzudringen in das bleibende Geheimnis seiner Gegenwart, und nicht darin, zu versuchen immer neue Dinge zu entdecken. Ich möchte es noch einmal deutlich sagen: Es gibt eine Kontinuität in der vom ewigen und lebendigen Gott geoffenbarten Wahrheit. Diese Wahrheit hat er durch seinen eingeborenen Sohn geoffenbart und uns überliefert durch seine Kirche, die eine, heilige, katholische und apostolische. Gerade weil es sich um Kontinuität in der Wahrheit handelt, sprechen wir von einer Botschaft, die heute gilt und die immer gelten wird. Wir können uns auf das, was die Lehre der katholischen Kirche in allen Jahrhunderten zu Ehe und Familie gelehrt hat, verlassen. Es ist eine Lehre, die nicht nur immer gültig ist, sondern auch immer bereichernd und heilbringend für das Leben der Welt. Diese Botschaft ist vielleicht zu offensichtlich, nicht wahr? Leider nicht für alle, besonders nicht für den Westen, der sich definiert durch Entwicklung und Fortschritt, das heisst durch die Veränderung gegenüber dem, was unsere Vorfahren prägte und leitete. Der Westen definiert seine Werte oft mit einer gewissen Überheblichkeit ohne das ernsthaft zu prüfen, was unsere Vorfahren die „immerwährenden Wahrheiten oder Prinzipien“ nannten.

Aber, Um Gottes Willen! Was für eine Sprache hören wir da aus dem Mund des Apostolischen Nuntius. Wie kann man leugnen, dass die Welt sich verändert hat? Es reicht schon, auf das Phänomen des „Handys“ zu schauen, oder? Ja, ich gebe zu, dass sich die Technik, besonders im Bereich der Kommunikationsmittel sehr aufdringlich ist. Aber ich glaube auch, dass man gut sagen kann, dass auch schon vor der Zeit von Radio und Fernsehen viele zerstreut und betört waren von anderen Dingen. Diese technischen Spielzeuge von heute sind nicht unwiderstehlich und sind auch nicht die Quelle des Problems unserer entpersonalisierten und verdummten Gesellschaft. Mit oder ohne Handy gibt es Werte, konstante Werte des menschlichen Lebens. Wir müssen und dürfen gewissen Strömungen, die dem Evangelium widersprechen, nicht nachgeben.

Die Kontinuitäts-Krise unserer heutigen Gesellschaft sehen wir nicht so sehr in der Mode oder im Konsumismus, welcher eine unerhörte materielle Verschwendung zulässt. Die Krise scheint auf in der Krise der Wahrnehmung der Wahrheit über das, was die Hauskirche betrifft, die christliche Familie als solche. In der konkreten Realität hatte die katholische Familie zu allen Zeiten ihre Schwachpunkte und Fehler, aber heute wird die Familie nicht nur zerstört in ihrer bleibenden Gestalt, sondern auch in ihrer Bedeutung für die Kultur, die Gesellschaft und schliesslich für die Kirche. Wir sehen das schon daran, wie die Schule und gewisse andere Organisationen die Jugend von Ihren Familien entfernen unter dem Vorwand des Sportes und vielen anderen unterhaltenden Aktivitäten. In Tat und Wahrheit wird vor allem die Beziehung zwischen Kindern und Eltern aufgelöst.

Schlimmer noch. Viele halten es gar nicht mehr für möglich, als klassische christliche Familie zu leben. (Denken wir nur an die Phänomene der problemlos möglichen Scheidung, des Zusammenlebens von Männern und Frauen – mit und ohne Kinder – ohne das Sakrament der Ehe). Durch diese Beispiele entmutigt lassen viele nach beim notwendigen Einsatz, um das Ideal der natürlichen Gemeinschaft von Mutter, Vater und Kindern zu leben. Viele denken nicht einmal daran, kirchlich zu heiraten. Dieses Abbröckeln ist nicht so sehr die Folge einer realistischen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten in Anbetracht des idealen christlichen Familienbildes, sondern oftmals einfach aus Verzweiflung oder Zynismus in Anbetracht der Möglichkeit, die klassischen menschlichen und christlichen Tugenden in Ehe und Familie zu leben. Dabei hat Gott Ehe und Familie gewollt und mit seiner Hilfe und Gnade ist es möglich, Ehe und Familie nach Gottes Willen zu leben. Treue in der Ehe ist nie einfach gewesen, aber in vielen westlichen Ländern sind es nur noch wenige junge Erwachsene, welche sich eine lebenslange Ehe mit Kindern überhaupt wünschen. Von daher können wir die Sinnhaftigkeit der Einladung der Mutter Gottes von Fatima gut verstehen, welche uns einlädt, die Leiden, welche das Leben uns bringt, zu vereinen mit den Leiden Jesu am Kreuz zur Rettung der Seelen, besonders für die Erlösung der Seelen im Purgatorium / Fegefeuer.

Ich erinnere mich, wie mir vor Jahren eine alte Frau gesagt hat, dass diese Krise von Ehe und Familie teilweise ihren Ursprung in gewissen katholischen Klerikern habe, welche nicht damit aufhörten, ein allzu oberflächliches und idealisiertes Bild der Heiligen Familie als Vorbild für die normale katholische Familien von heute zu verkünden.

Diese Frau, eine Intellektuelle, konnte die Krise der klassischen, aus Vater, Mutter und Kindern bestehenden Familie belegen, wenigstens seit den Zeiten der industriellen Revolution in England. Sie kritisierte dabei besonders die traditionelle irisch-katholische Verkündigung, welche die Heilige Familie als Modell für die christliche Familie anpries. Diese Frau liess mich, obwohl eine gute Freundin von mir war, nie etwas sagen, wenn sie mit diesem Thema anfing. Sie war davon überzeugt, dass auch ich einer von denen sein musste, welche ein Ideal eines Familienbildes anpriesen und einforderten, welches nicht nur heute nicht erreichbar ist, sondern auch so seit den Zeiten der Apostel nie real existiert hatte. Ich? Ich sollte so oberflächlich sein? Ganz im Gegenteil. Seit meiner frühesten Kindheit habe ich nie Illusionen über die Vollkommenheit meiner Familienangehörigen genährt. Auch wenn ich um ihre Unvollkommenheiten wusste, sah ich, auch als Teenager und junger Erwachsener, in meinen Eltern, Brüder und Schwestern dennoch immer ein wahres Geschenk Gottes für mich. Ich zweifelte nie daran, dass meine Eltern mich liebten und ihr gutes Beispiel als gläubige Katholiken half mir auf den rechten Weg zu kommen und zu einer persönlichen Beziehung zum rettenden Gott zu finden. Eine wirklich katholische Familie braucht immer das Busssakrament. Sie präsentiert sich nie wie eine gekünstelte Sache oder wie ein schönes Glasfenster in der Kirche oder wie eine schön geschnitzte Figurengruppe von Jesus, Maria und Josef.

Das vom Lehramt der katholischen Kirche zu allen Zeiten verkündete Idealbild der Familie verlangt Opfer, manchmal sogar grosse Opfer. Es gilt als festzuhalten, dass die Vision der katholischen Kirche von der christlichen Familie eine realistische und in der Praxis realisierbare Vision ist. Sie beschränkt sich nicht nur auf diese Welt, sondern führt in den Himmel. Ich möchte mit einer gewissen Begeisterung hinzufügen, dass dieses traditionelle Modell der Familie in der konkreten Praxis schon in dieser Welt wahre Freude im Überfluss schenkt und ebenso einen Sinn für die Verwirklichung des eigenen Lebensplanes.

Es ist interessant, darauf hinzuweisen, dass der Katechismus der katholischen Kirche, wenn er von den Pflichten des 4. Gebotes redet, das Bild der Heiligen Familie nicht verwendet, nicht einmal bei den Besonderheiten der christlichen Familie. Was bedeutet es aber, wenn der Katechismus in den Nummern 2204-2206 von der christlichen Familie als Hauskirche spricht?

Bei Nr. 2205 des Katechismus steht, dass die christliche Familie wesentlich geschaffen ist nach dem Abbild des dreifaltigen Gottes: „Die christliche Familie ist eine Gemeinschaft von Personen, ein Zeichen und Abbild der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist. In der Zeugung und Erziehung von Kindern spiegelt sich das Schöpfungswerk des Vaters wider. Die Familie ist berufen, am Gebet und am Opfer Christi teilzunehmen.“

Ebenfalls im Katechismus – bei Nr. 2204 – können wir lesen: „Die christliche Familie ist eine spezifische Darstellung und Verwirklichung der kirchlichen Gemeinschaft. Sie kann und muß deshalb auch „Hauskirche“ genannt werden“ (FC 21). Sie ist eine Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe; wie im Neuen Testament angedeutet wird, kommt ihr in der Kirche eine einzigartige Bedeutung zu.“

Vielleicht ist die Ikone der Heiligen Familie ein einfacheres Model. Vielleicht schlägt der Katechismus etwas vor, was für einfach-sterbliche noch schwieriger zu erreichen ist. Vielleicht ein Model, welches für Ehe und Familie unerreichbar ist. Stellt euch doch das einmal vor: Die Familie als Abbild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit!

Dann fährt Nr. 2205 fort mit einer konkreten Anwendung: „Das tägliche Gebet und die Lesung des Wortes Gottes stärken in ihr die Liebe. Die christliche Familie wirkt evangelisierend und missionarisch”. Wie kann die Kirche von einfach sterblichen so viel verlangen? Ist sich die Kirche nicht bewusst, dass heute oft beide Eltern ausserhalb des Hauses arbeiten müssen, um die Auslagen für den Lebensunterhalt und die soziale Teilnahme am Leben des Mittelstandes bewältigen zu können? Was haben sich die Autoren des Katechismus dabei gedacht? Haben die überhaupt eine Ahnung davon, wie die Welt heute funktioniert?

Ende der Fünfziger oder anfangs der Sechzigerjahre, ich erinnere mich nicht mehr so genau daran, hat unsere Mutter uns Kindern mindestens einmal anvertraut, wie sehr sie dankbar war, dass sie NICHT Autofahren konnte (Zu jener Zeit hatten – wenigstens bei uns – nur ganz wenige Familien mehr als ein Auto in der Garage). Mit diesen Worten drückte meine Mutter ihr Mitleid aus über die arme Frau so-und-so (ich erinnere mich nicht mehr, wie sie geheissen hat). Diese arme Frau also, die im Haus neben uns wohnte und so viel Zeit verbringen mit Fahrdienst musste, indem sie ihre eigenen und auch die Kinder der anderen hierhin und dorthin fahren musste. Auch wenn heute die Mehrheit der Mütter den Fahrausweis besitzen, so bleibt das Problem ein halbes Jahrhundert später dasselbe, das Problem des gesellschaftlichen Druckes auf die Eltern, das heisst auf die Familie. Wenigstens in den Vereinigten Staaten regt sich heute Widerstand gegen alle Einmischungen ins familiäre Leben, welche den Werte der Eltern widersprechen. Besonders bekannt sind da vielleicht die Benedict Option oder das home schooling welche, um die Familie zu schützen, versuchen, diese den von aussen kommenden Einflüssen zu entziehen. Oftmals versuchen sogenannt „demokratische Parteien“ mittels der öffentlichen Schulen die Kinder der Kontrolle der Eltern zu entziehen. Sie wollen die Bildung der Kinder den öffentlichen Institutionen vorbehalten, das heisst den Einrichtungen der Regierung. Diese versuchen dann, die Kinder zu beeinflussen und zu indoktrinieren mit Inhalten, die nicht mit dem katholischen Glauben übereinstimmen und oftmals diesem sogar explizit widersprechen. Sie tun dies, um es einfach zu sagen, aus Motiven, die nichts mit der Frohen Botschaft der Rettung durch Jesus Christus zu tun haben.

Auch die zeitgenössischen Diskussionen um den Umweltschutz sind oft gegen die Familie gerichtet. Es werden Lösungen zur Reduktion der Umweltverschmutzung angeboten, die oftmals zu einfach sind. Es werden die mittleren und kindereichen Familien kritisiert, weil da zu viele Personen unter ein und demselben Dach die Umwelt belasten. Die zentrale Frage der aktuellen Verschwendung der Ressourcen wird aber nicht angesprochen. Sie wollen die Zahl den Konsumenten reduzieren und greifen so die Menschliche Person an, anstatt das Verhalten der menschlichen Personen zu ändern. Von diesem Standpunkt her gesehen scheint der Katechismus in Nr. 2206 wenig realistisch zu sein, wenigstens für diejenigen, welche die vorherrschende öffentliche Meinung teilen:

„Die Familienbeziehungen bewirken eine besondere gegenseitige Nähe der Gefühle, Neigungen und Interessen, vor allem, wenn ihre Mitglieder einander achten. Die Familie ist eine Gemeinschaft mit besonderen Vorzügen: sie ist berufen, „herzliche Seelengemeinschaft, gemeinsame Beratung der Gatten und sorgfältige Zu-sammenarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder“ zu verwirklichen (GS 52, 1).“

Die christliche Ehe ist eine Wahl, welche der im Westen vorherrschenden Kultur widerspricht. Die Ehe verlangt den persönlichen Einsatz von Mann und Frau. Dabei können sie nicht mehr wie Früher auf die Unterstützung der eigenen Familienangehörigen oder noch weniger der Nachbarn und der gesellschaftlichen Strukturen zählen.

Worin besteht nun in der sogenannten christlichen Familie die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter genau? Die Mutter und Ehefrau ist berufen, die Hoffnung des Projektes der Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, welche immer auf Nachkommen hin offen ist, durch ihre Kreativität und Schöpfungskraft lebendig zu halten. Ich spreche dabei bewusst von Kreativität, denn ich glaube, dass der Betrag des Mannes zur Familie ein anderer und vielleicht weniger kreative als derjenige der Frau ist. Hier in der Schweiz hatte ich schon verschiedene Gespräche mit jungen Ehepaaren und Eltern. Ich denke dabei vor allem an sechs Männern, alle unter 50 Jahre alt und ganz unterschiedlichem Hintergrund, welche einzeln und aus eigener Initiative zu mir nach Bern in die Nuntiatur gekommen sind. Ihre Meinung und Ihr Standpunkt war unterschiedlich und männlich. Sicher nicht derjenige einer Frau. In diesem Sinne möchte ich sagen, dass man im Gespräch unter Männern früher oder später auf Prinzipien, Vorstellungen von Gerechtigkeit zu sprechen kommt. Mit ihnen alleine, ohne ihre Ehefrauen, kommt man nie zur Verwirklichung des Projektes der Einheit der Familie, d.h. auf das Thema, über das ich heute mit Ihnen, der Mariansichen Frauen- und Müttergemeinschaft, sprechen wollte.

Ich möchte sprechen über das Opfer und die Sühne in Verbindung mit dem Kreuz Jesu nicht nur von der Gerechtigkeit geforderte Pflicht, sondern in einem Kreativ-schöpferischen Sinn. Die christliche Familie als ein Projekt, um welches die Verwirklichung des ganzen Menschen will, verlangt den gegenseitigen Beitrag von Mann und Frau. Die Schönheit, die Kraft, der Geist der christlichen Familie gründet im Geist von Fatima über die Bereitschaft, Sühne zu leisten für die Sünden der anderen: Der Vater für die Mutter und die Kinder; die Mutter für die Kinder und den Vater, die Kinder für die andern Kinder und für ihre Eltern. Die Vergebung beginnt bei mir und führt in einem zweiten Schritt zur Sühne.

“Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“

Diese Dynamik und Bewegung ist nicht begrenzt auf die Familie – die Hauskirche – als fundamentale Zelle der Gesellschaft, sondern umfasst auch die grosse Kirche.  

Trotzdem bin ich ein wenig unsicher, ob ich meine Hoffnung für die katholische Welt primär darauf bauen soll, dass die Sühne für die Sünden von mir und der andern im Sinne der vorhin kurz zusammengefassten Botschaft von Fatima in den Herzen der einzelnen wiederentdeckt und gelebt wird, oder ob ich nicht gleichzeitig darauf drängen soll, dass die Familie als Hauskirche mit und unter der Führung des Nachfolgers des Apostels Petrus mitwirken soll an der Weihe Russlands an das unbefleckte Herzen Marias. Eine solche Weihe hat die Mutter Gottes 1929 von Lucia erbeten zur Bekehrung Russlands. Dabei geht es um einen zentralen Punkt unserer Ekklesiologie und zwar um die Bedeutung der Verheissung der Einheit der Kirche als Vollendung der von allen Propheten gemachten Heilsverheissung, die wir bereits durch das Leiden unseres Herrn Jesus Christus und seine glorreiche Auferstehung von den Toten erkennen können. Die Kirche Gottes ist sichtbar in dieser Welt und die Einheit der Kirche mit und unter dem Nachfolger des Heiligen Petrus sollte fassbar sein. Darum können wir von der Wichtigkeit, sogar von der Dringlichkeit der Bitte sprechen, welche Maria in Fatima 1917 ausgesprochen und dann 1929 wiederholt hat, nämlich der Bitte, für die Bekehrung der Welt und Russlands zu beten durch die Weihe an ihr unbeflecktes Herz. Die Kirche als Leib Christi muss als eine einzige gesehen und wahrgenommen werden – im Westen und im Osten. Eine Kirche, die mit ihren beiden Lungenflügeln (die Ostkirchen und die Westkirche) atmet.

“Die Berufung zu Ehe und Familie für Frauen im 21. Jahrhundert“ -  Ich möchte besonders darauf hinweisen, dass es zur besonderen Familiären Aufgabe der Frau gehört, das innere Leben und Heilswirken der Heiligsten Dreifaltigkeit in der Welt aufscheinen zu lassen mittels der tätigen Betrachtung des glorreichen Kreuzes Jesu Christi für das Heil der Welt. Der Zeitgeist, stellt sich der Braut Christi, der Kirche entgegen und tut deshalb alles, um die christliche Familie zu Fall zu bringen.  Der Zeitgeist versucht, einen einfachen Weg zum Glück anzubieten, doch bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass es nur eine fade und langweilige Alternative ist zur christlichen Hauskirche, d.h. zum freien und grosszügigen sich hingeben (Opfer) in Liebe für die andern nach dem Vorbild Jesu Christi.  

“Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“

Ich wünsche der Marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft alles Gute und sage: „nur Mut“ für die grosse Aufgabe, die euch gegeben ist, d.h. das Licht Christi in unsere Welt hineinzutragen durch ein Familienleben welches – ja, auch Opfer verlangt – aber vor allen geprägt und erfüllt ist von der Freude dessen, der in der Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes leben, in der Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Hl. Geist. 


Gelobt sei Jesus Christus! 




Monday, July 31, 2017

Mount St. Helens after the Blast

Kwasniewski, Peter. 
Noble Beauty, Transcendent Holiness: Why the Modern Age Needs the Mass of Ages. 
Angelico Press. 2017. Kindle Edition. 

In his new book pleading the case for a full liturgical restoration, Peter Kwasniewski is really feisty, but in a well argued, pondered sense of the term. I generally like the professor's writing, but apart from refreshing, I found this particular book timely, both for my own reflection and apropos to the present hour. I expect to read nothing better during this year of the tenth anniversary celebrations for Summorum Pontificum. It fits my way of thinking and will inspire much of what I want to say in an upcoming lecture I want to prepare for a sympathetic audience during this jubilee.

Peter is not restrained in the critical observations he makes about the harm done to the life of the Church by the Consilium crowd after Vatican II. He expresses his hope of recovery or for the restoration of the usus antiquior using the striking image of the volcanic eruption of Mount St. Helens (1980, Washington State), which destroyed all for miles around, but only for a time as nature soon began to rejuvenate itself. His book makes the best case I have read to date for an unapologetic restoration of the Church's ancient liturgy. In more than one chapter of the book, he approaches the topic of the central role of liturgy in the life of the Church and elucidates the sense of the teaching of the Council about the Eucharist as the source and summit of Christian existence.

Dr. Kwasniewski's book deserves to be read, pondered and discussed. If I do nothing else with this blog post, I would encourage you to take up this book and read it. I have highlighted tons in the book for myself and will go back to it, I am sure, again and again. Let me mention, just mention one of his refrains, and namely, that liturgy is not meant to be easy, neither for celebrant nor for folk. He approaches that notion from various angles, all worthwhile, but I'll quote just one:

"Let me summarize my argument against liturgical rationalism. Liturgy that is totally intelligible is irrelevant, because it no longer summons forth from us the leisurely labor of the deepest and fullest response we can give, with our senses, imagination, memory, intellect, will. Liturgy that is totally transparent is invisible and thus ignored, because it does not catch our attention at the very point where the invisible God becomes visible in otherworldly signs and symbols, like light becoming narrative in the stained glass window." (Kindle Locations 679-682)

Better reviewers than I have already reveled in the beauty of Dr. Kwasniewski's prose, that only makes the reading that much more enjoyable. The point he makes, which I wish to underline because it is mine as well, is that what happened after the Council was probably not what was in the mind of the Fathers to the extent of their general intention to make the Church more fit to face the challenges of the times. Perhaps they failed to understand the sad lesson of Pistoia, which took liberties with the liturgy, only to have them rolled back by Pope Pius VI: 

Traditionalists today recognize, with some melancholy, how right Pope Pius VI was to condemn, over 200 years ago, the Synod of Pistoia (1786), with all its pomps and works. That pope identified part of the Pistoian program as “recalling [the liturgy] to greater simplicity of rites, by expressing it in the vernacular language or by uttering it in a loud voice,” on which he commented: “as if the present order of the liturgy received and approved by the Church had emanated in some part from the forgetfulness of the principles by which it should be regulated.” To this view Pope Pius VI memorably applied the following pontifical appraisal: “rash, offensive to pious ears, insulting to the Church, favorable to the charges of heretics.” (Kindle Locations 4800-4806). 

Liturgy is of its nature the celebratory part of a life lived, focused primarily on our duty to give glory to God in union with Christ. We cannot come unprepared for our sharing in the action of the Lord of Life.

As tempted as I am to drive several points home, I will rest here and allow Dr. Kwasniewski to speak to those who read him. The tender growth is ineluctably returning to the highlands not of Washington State but of Mother Church!

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Sunday, July 30, 2017

Crime and Punishment - Superior Accountability

Lehner, Ulrich L. 
Monastic Prisons and Torture Chambers: 
Crime and Punishment in Central European Monasteries, 1600–1800. 
Cascade Books, an Imprint of Wipf and Stock Publishers. 
2013. Kindle Edition. 

This book may not be for everyone, but after mulling it over for a time, I have decided to go on record thanking the author for having taken the risk of treating such a delicate topic. 

Most of us, if we know anything at all about the topic, we know it from St. John of the Cross, imprisoned by his confreres. Lehner's book puts a much larger phenomenon in a broader context and helps one to understand better at least two matters at issue during the two hundred year period he examines and perhaps also for a couple centuries prior and since.

There seems to be a direct correlation between the criteria used by religious authorities for admitting candidates to the consecrated life and the frequency in their ranks of the moral turpitude, mental illness and serious crimes which led superiors to apply harsh punishments. During the two hundred year period examined, prisons were kept and punishments meted out often despite the objections of the secular authorities who sought to establish their primacy, even over monasteries and convents, in matters of criminal justice.   

Lehner's work helped me sort out another book I have read: Damian, Peter. "The Book of Gomorrah and St. Peter Damian's Struggle Against Ecclesiastical Corruption." Ite ad Thomam Books and Media. 2015. Kindle Edition. Damian wrote six centuries earlier than the period studied, but with the help of Lehner's observations about the lack of rigor in the acceptance of candidates into religion helps to explain the moral turpitude which the saint sought to convince to Pope to combat more energetically.

In our day, while the first point of Lehner's analysis might hold in terms of the frequency of genuine debility among clerics and religious being attributable to laxity in the application of admissions requirements, it would seem that the second criterion must be considered in the obverse sense. The scandal of recent decades would seem to arise from the unwillingness of bishops and superiors to deal with crimes. In the period discussed in Lehner's treatise there was an eagerness to punish one's own and not admit the interference of the secular arm, whereas today the religious authorities can seem want to face the reality of crime within the walls of the cloister. In a sense, the reference to corruption in the title of the Peter Damian book would suggest parallels between the approach of superiors in the 11th Century to those of the 21st (a certain reticence to intervene even in matters of crime).

We pray that justice might be done and that superiors would assume responsibility for past negligence, resorting when so called for to those in contemporary society entrusted with the duty of keeping the peace and protecting the innocent.


Saturday, July 29, 2017

Integral as Integral can be

I am immersed in and thoroughly  enjoying the recently published book by Peter Kwasniewski, "Noble Beauty, Transcendent Holiness: Why the Modern Age Needs the Mass of Ages" (Angelico Press. Kindle Edition). An enthusiastic review on my part will be forthcoming. Meantime, I want to share a bit of vacation caprice or impulsiveness, as I followed a reference from Peter to a little book which I proceeded to read in one setting.

Clayton, David. 
The Little Oratory: 
A Beginner's Guide to Praying in the Home. 
Sophia Institute Press. Kindle Edition. 

Peter pointed to David's book as a resource used by Catholic families eager to live their faith, by parents seeking to share the "pearl of great price" with their children. It's mostly a how to book for praying at home, but includes some straightforward theology to ground the notion of more personal, private, and family prayer than many would think possible in the lives of ordinary Catholics. Here's a great quote:

"Thus, Christian life consists of a public, visible life of worship of God in the church; fellowship with other Christians; service to one’s neighbor; evangelization. And then there is the inner, invisible spiritual life of the Christian, which is less visible: the inner spiritual life of prayer and devotions, fasting and almsgiving." (p. 4)

I will do no more than propose David's book to those seeking resources to help with their family prayer. I would put it out there as a challenge to priests and church professionals lacking imagination when it comes to encouraging their people to make the "house church" all that it can be for the sake of the life of the world.
Take and read!





Friday, July 28, 2017

A Thousand Years Is But A Day

BY WHAT AUTHORITY? 
By Robert Hugh Benson 
BENZIGER BROS. 1904
PRINTERS TO THE HOLY APOSTOLIC SEE,
NEW YORK, CINCINNATI, CHICAGO.
Kindle Edition. 

An historian friend told me that this is by far the best of Robert Hugh Benson's historical novels. I thoroughly believe it, and hope to read more of the author. Perhaps I should interject that reading his "Confessions of a Convert" was what got me started. I am so glad "By What Authority?" was at the top of my chart for vacation reading this year. I could hardly put it down and never found the book tedious in all its 466 Kindle pages, in book format over 560.

The setting is in the reign of Queen Elizabeth I, against the background of her excommunication by the Pope, the defeat of the Spanish Armada and the bitter persecution of English Catholics in those years. The tale is of two befriended families with neighboring estates just outside of London, the one Catholic, the other Puritan. Benson interjects a fair amount of historical data. His account of the trial and martyrdom of St. Edmund Campion alone would make the book worthwhile but there is so much more.  

If you love history and hagiography, this novel and the many issues of life and faith which it so deftly analyzes will not leave you disappointed. It has me thinking about all sorts of things and reveling in the high spiritual tension lived out by these noble figures of Catholic recusancy. Although Benson never takes his eye off his principal protagonists for long, he draws some beautiful word pictures of the faithful Catholics among the common folk of the period and is just descriptive enough of the pursuivants and protestant spies who lured priests and great Catholics to the rack and martyrdom. Time and again the bonds of friendship between the two families are stretched to the limit, but seem to come through nobly and in some of the most memorable chapters with undiminished respect for the other's religious convictions.

In the last year I had read two of Eamon Duffy's history books on the reformation period in England and John Gerard's, SJ, "Autobiography of a Hunted Priest" (Ignatius Press. Kindle Edition. 2012), which made the reading of Benson perhaps even more enjoyable. All in all, I am confronted here again, as I was with Gerard's accounts of the spiritual direction which he gave to lay people, with the very fundamental question about what it means to be a practicing Catholic in any time or place. I ask myself how much more I could be doing to inspire fellow Catholics to much more spiritual tension or dynamism in their lives and in mine.

Basically, Elizabethan England had no comprehension and less patience whether for Catholicism or for Puritanism, because neither fit the dull and decadent patriotic scheme of a state religion tailored to a country willing to sacrifice all for a chance to rule the waves. Benson seems respectful of sad Puritan attempts at devotion, but paints the established Church of England as little better than a charade. Although his primary focus in the novel is on a very real but definitely elite Catholicism in times of persecution, Benson makes the case for a very vibrant lay Catholic spirituality as the norm.

My quandary, as I say, has to do with Catholic dynamism. If there had ever been a time when being Catholic in the fullest sense of the term was something mainstream to society and flourishing in the parish and beyond, well it's not in my lifetime. This is not only in the U.S. Years back friends would joke about Italians being born Catholic; that baptism was a formality in a thoroughly Catholic world... not any more. The other day here at home I asked a very good Catholic layman where the vitality of the Church is to be found today and he said in the so-called movements and I completed his sentence saying, "and you mean not in ordinary parish life, which is losing quota even in the heartland..." 

In recusant England for every Catholic martyr for the faith there were scores of confessors: people who paid penalties, spent time in jail, lost position and property, were driven into exile because they refused to give up being privately and discreetly Catholic. They risked all to confess their sins and assist at the Holy Sacrifice of the Mass when a priest could be found. They had vibrant devotional lives at home and did their utmost to raise their children in the faith. I fear that Catholic life today is rather marked by tepidity and the "penalties" for leading a life grounded in prayer and nourished by Scripture and spiritual reading would be less time on the net or on the course or missing a favorite TV show.

Maybe the heroes of Benson's novel were so devotedly Catholic because the authorities tried to take away from them all they loved and cherished in their relationship with the Lord and His Blessed Mother. "Not with a bang, but a whimper": Eamon Duffy maintains in "Reformation Divided" that in the Reformation in England all were losers and there was no real Christian substance of any sort as a result of the neglect. Perhaps in our day it may take some fines for being Catholic or banishment and prison to get people to react and resort to those spiritual means needed to resist Satan.

In Elizabethan England many folks were sold on a paltry substitute for the true faith and a sort of national pride. What is the "thirty pieces of silver" being offered today for estrangement from Mother Church? For betraying our loving Savior?

It is time for restoration and recovery. There is no other way.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Monday, July 24, 2017

There for once for God

A Requiem in London: on silent and hidden liturgy posted at LMS Chairman by Joseph Shaw could have helped me in a conversation with an old and dear friend. At some point in a thoroughly priestly and zeal-filled exchange, he blurted out that we absolutely had to get better preaching from our priests at Sunday Mass. I disagreed, but could have used the Shaw article to help illustrate just what the Holy Sacrifice is and what it should be especially on Sundays in the life of a Catholic if it is to be as the Council would have it fons et culmen, source and summit of Christian existence.

"The point of these ceremonies and texts is that they are liturgically appropriate, indeed called for. They are part of a liturgy which expresses in all sorts of ways the things which we want it to express, addressed not to us, but to God. And they are part of a ritual which has an objective value and efficacy. The blessings and, above all, the consecration of the Sacred Species, is something which happens really, objectively, and it is important for us to know that it does so: it is not dependent on the Faithful's response, any more than on the priest's worthiness."

Too many people pay thoughtless lip service to what an integral faith life should be all about. What more ought that life be than a generous half hour in church on the weekend? The words just seem too often to flow on by and we seem incapable of drawing the most evident conclusions. Apart from so much and horrendous liturgical abuse, we have been starving our people for a good half century for the most part, by giving them the impression that their profound conviviality accompanied by hymns of praise can do it all. If there is no sense of the presence of God in the home, no informed encounter with our beloved Lord and His dearest Mother, mediated by our parents, the priest can jump and shout all he wants from the pulpit, the ambo or the main aisle, but to what avail?

Obviously, I cannot be making a plea for the restoration of the Roman Rite alone. This is the jewel in the setting of a life lived in communion with Christ within the community of His Church and starting from the home.

Why do we hear of conversions and vocations attributed to the discovery of Perpetual Adoration? Because that is what happens when right order begins to return to the life of the baptized. 

I reminded my priest friend of the Holy Name Society once popular in my youth. Basically, it banded men together at the parish level to struggle with the bad habit of cursing and swearing, of taking the Lord's Name in vain. How rude we have become in our vulgarity and how distant from love for the One Who bears that Name which is above every other name! Source and summit, we need to challenge people where they are at and lead them to that place on high, which can be cloaked in mystery because we have worked things out before ever crossing the threshold of His Sanctuary.

No, better preaching won't do the job. A consequent and virtuous life has to be led. Penance appropriate to one's state in life has to be done. Sacramental forgiveness for grave sin has to be sought with urgency. The Temple is not a gathering hall but the footstool of the One upon the Throne. 

People "tank up", or so they say, by contemplating a sunset from their hot tub with a glass of Chablis in hand. Sorry, but my parents sensitized me to something much more sublime even with patched overalls and powdered milk. A life lived for God might be enough to render Sunday morning uncrowded for the sake of the source and summit of Christian existence. The Liturgy even in its silence will do the rest to draw seekers up the slopes of the mountain of God.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI





Sunday, July 2, 2017

"Ave Crux Spes Unica" and the Intercession of our Patron Saints

Patrozinium – Sankt Ulrich, Kreuzlingen
2. Juli 2017
2 Kgs 4:8-11, 14-16a
Rom 6:3-4, 8-11
Mt 10:37-42


Gelobt sei Jesus Christus!

Der Tag des Heiligen Ulrich ist hier in Kreuzlingen das jährliche Patronatsfest der Pfarrkirche. Das Jahr 2017 gibt zudem Anlass, das goldene Jubiläum der Erhöhung der Kirche zum „Basilika minor“ zu feiern. Aus Anlass dieses Jubiläums kommt das berühmte Kreuzreliquiar aus den Vatikanischen Museen als Leihgabe hierher zurück. Ein Erinnerungsstück aus der Urgeschichte des Glaubens hierzulande kommt zu Besuch! Genau so sollten wir unsere Geschichte immer erleben: Als etwas das wir, nicht ohne Stolz, mit Freude und Dankbarkeit annehmen können.

„Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten.“

Mit Bezug auf die erste Lesung aus dem 2. Buch der Könige, habe ich mich zum Spass gefragt, ob wohl der Prophet Elischa auch ein dem deutschen “Vergelt’s Gott!”, entsprechendes Wort verwendet habe, um der Schunemitin zu danken, die ihm zu essen gab und ihm dann auch noch ein Zimmer in ihrem Haus bereitet hat. Gott hat, durch das Wort des Propheten, die Grosszügigkeit der Familie in ausserordentlicher Weiser verdankt: Er gab der Frau und ihrem Mann das einzige, was die beiden sich selber nicht geben konnten: Das unerwartete Geschenk eines Sohnes. “Vergelt’s Gott!”

„Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten.“

Was können wir uns hier in Kreuzlingen erwarten vom Heiligen Ulrich, dem Patron dieser Pfarrei? Für viele bleiben das Patrozinium und der Patron nur auf der Ebene der Folklore, das heisst auf der Ebene der schönen Bräuche und zum jeweiligen Ort passenden Ritualen, aber oftmals ohne Glaubensinhalt. Das Fest darf schon sein. Aber es ist noch wichtiger zu wissen, dass die Fürbitte des Heiligen ebenso wie der dem Schutzengel übertragene Auftrag Gottes eine wirkliche und reale Verbindung darstellt zwischen uns und diesem Gott, der uns liebt und uns unsere Liebe mehrfach vergilt. Unsere Liebe zu Gott spiegelt sich wieder in unserer Verehrung des Heiligen und unseren herzlichen Zuwendung zu ihm.

In einem guten katholischen Kalender wurden die Besonderheiten des Hl. Ulrich folgendermassen beschrieben: “Patron… von Schwaben, der Reisenden, der Wanderer, gegen Fieber, Tollwut und anderes Unheilbares„. Bitte schön! Vielleicht ist nur Tollwut heute nicht mehr so aktuell. Aber auch heute noch gibt es viele Anliegen, in denen wir den Hl. Ulrich um Fürbitte anrufen können! Dank den prophetischen Worten des Elischa konnte die Schunemitin Gott als Ursache ihres Kindes erkennen. Es geht dabei um einen starken Glauben an Gott und ein vertrauensvolles Verhältnis zum Propheten, welcher zugunsten des Paares bei Gott als Mittler aufgetreten war. Ich hoffe, dass auch die Leute von Kreuzlingen nicht zögern, ihren Hl. Patron als Fürbitter anzurufen und dass diese Pfarrei dem Hl. Ulrich „die Schuld geben“ kann für die gewährten Gnaden und empfangenen Geschenke.

“Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“

Für diese Welt zu sterben, um für Christus zu leben ist eine Definition der grundlegenden Wirkung unserer Taufe. Es ist das Holz des Kreuzes Christi und sein Tod, welche die Wasser der Taufe geheiligt haben und ihnen die Kraft verliehen haben, nicht nur den Körper zu waschen, sondern auch die Person neu zu schaffen, und damit zu befähigen, jetzt und immer in Gott zu leben. Die Taufe unter dem Zeichen des Kreuzes, die Taufe auf den für unser Heil gekreuzigten Christus, die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes, diese Taufe reicht weit über die schönen Bräuche hinaus. Bei der Taufe geht es um eine wesentliche Verwandlung, um ein wiedergeboren werden in Gott für die Ewigkeit. Und genau dafür wurden wir geschaffen und genau dafür hat uns Jesus Christus erlöst.

 „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Bei meinen Reisen hier in der Schweiz begegne ich oft Erwachsenen, die von ihren oft wenig praktizierenden und der Kirche gegenüber kritischen Eltern sprechen. Von Eltern, die nicht an Christus glaubten. Es scheint, dass in diesen Familien oft das Bewusstsein für den Auftrag fehlt, die neue Generation durch Christus mit Gott vertraut zu machen. Aber trotzdem erzählen mir einige von ihrem lebendigen Glauben und davon, dass sie in der Kirche diese wertvolle Perle gefunden haben, von der das Evangelium spricht. Wenn diese Leute sich nicht definitiv von der Kirche entfernt haben, wenn ihre Verbindung zur Kirche die Kirchlichkeit ihrer Eltern übertrifft, so ist das vielleicht ein kleines oder grosses Wunder, das der Taufgnade zu verdanken ist.

Dieses Wunder der Gnade, welches sich überall und jederzeit im Leben ereignen kann ist kein Automatismus und auch keine Magie. Es handelt sich um das Glück einer Begegnung mit Gott in Christus, einer Begegnung mit diesem Gott, der uns liebt und niemals verlässt. Das Sakrament der Taufe bringt viele Früchte – oftmals auch ungeachtet eines dem Glauben feindlich gesinnten Umfeldes.

Wir müssen darauf hinweisen, dass die rettende Taufgnade die Freiheit der Person nicht aufhebt. Die freie Wahl bleibt – die Wahl zum Guten oder aber leider auch zum Bösen. Die Strasse führt in beide Richtungen. Wir können auch die Hölle, den ewigen Tod wählen, indem wir uns von Gott und seiner Kirche entfernen. Bei aller Verantwortung welcher die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder im Glauben haben – Wegen dieser Freiheit des Individuums können wir die Schuld für den Glaubensmangel der Kinder nie ausschliesslich den Eltern zuweisen.

 „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.“

Das Ärgernis des Kreuzes ist ein mehrfacher: Normalerweise wird unter diesem Ärgernis verstanden, den über die Welt und die Ewigkeit herrschenden Gott anzurufen und anzubeten in dem am Kreuz leidenden Christus. Wir verkünden tatsächlich den Sieg in der Niederlage.

Nicht weniger wichtig ist es ein Ärgernis in den Augen der Gelehrten dieser Welt, wenn wir aufgrund dieser Wahl bedingungslos dem Taufglauben anhangen und offen bekennen, dass wir hier die einzige Hoffnung gefunden haben, welche der menschlichen Person entspricht, welche in Christus geschaffen, erwählt und erlöst wurde:  Ave Crux Spes Unica!

Eine echte Anhänglichkeit der Pfarrei gegenüber dem Hl. Ulrich könnte als Indiz dienen für einen wirklich übernatürlichen Glauben an Gott, der uns zum Glück mit ihm ruft, zum Glück jetzt in dieser Welt in seiner Kirche und dann für immer im Himmel. Wenn wir die ganze Geschichte der Schunemitin mit dem Propheten Elischa im 2. Buch der Könige lesen, dann werden wir nicht nur die Macht der Fürbitte des Propheten entdecken, sondern auch den riesigen Glauben dieser Frau. Das Patrozinium und zugleich die Rückkehr hier in diese Basilika des Reliquiars, welches den grossen Glauben unserer Vorfahren an die Macht des Kreuzes Jesu Christi bezeugt, mögen uns auch heute, jedem einzelnen von uns, Anlass sein für die Erneuerung unseres Glaubens, den wir in der Taufe empfangen haben.

Gelobt sei Jesus Christus!
Ave Crux Spes Unica!

Heiliger Ulrich, bitte für uns!